Infobrief von Gudrun und Josef Mai/Juni 2008
Hallo Ihr Lieben in Deutschland!!! Der Mai und Juni hat uns schon viele kalte Tage gebracht aber gefroren hat es nicht mehr.
In den letzten beiden Monaten haben wir mehrere Lebensmittelstreiks in Argentinien erlebt, dazu eine völlig überzogene Preiserhöhung sämtlicher Artikel.
Maria Marta:
Leider kann der Backofen gar nicht mehr benutzt werden, da doch eine ganz neue Leitung gelegt werden muss, die im Moment jedoch nicht zu finanzieren ist. Maria Marta hat dieses Thema bei der Elternversammlung angesprochen und auch den Hintergrund erklärt: mit dem selbstgebackenen Brot langfristig Einnahmen zu erzielen. Ist wieder einmal eine langwierige Entwicklung, doch ein gemeinsames Ziel.
Im Mai war ein Ernährungsvortrag bei Maria Marta von Dr. Mannassi. Wir haben alle Aktivitäten, die bei Maria Marta stattfinden, wie immer schön dekoriert und repräsentiert. Fünf Mütter, Beamte des Sozialwesen der Stadtverwaltung, viele Gäste und einige Jugendlichen hörten dem Vortrag zu. Er war informativ und mit Bildern einfach erklärt, so das alle es verstehen konnten. Für Maria Marta, die immer schon eine gesunde Vollwerternährung im Comedor verwirklicht nun Unterstützung: "Nicht nur ich sage wenig Zucker sondern Vollkornmehl, Gemüse, Obst usw.". Der Arzt sagte das selbe wie Maria Marta, so die Anwesenden. Es war eine gelungene Veranstaltung.
Das Laternenfest mit den selbstgebastelten Farolillos hat Gudrun genauso gut gefallen wie allen Kindern.
Die Hausaufgabenhilfe ist wieder im Mai mit reichlich Lob der Schule durch entsprechende Noten „belohnt“ worden. Gute Noten erarbeiteten sich sogar drei Schülerinnen mit Schulschwierigkeiten/vorher sehr schlechten Noten.
Andres:
Andres ist nun krankenversichert und hat gute Chancen auf eine andere Schule in der Nähe seines Wohnortes zu gehen. Wir hoffen mit ihm das es klappt.
Der Termin für die nächste OP steht immer noch nicht fest.
Er ist weiterhin aufgeschlossen und die Medikamentenreduzierung ist deutlich sichtbar.
Humberto:
Bei Humberto laufen die Computerkurse für Jugendliche und Erwachsene regelmäßig mit viel Erfolg, außerdem die Analphabetisierungskurse für Erwachsene.
Rosio erhält weiterhin monatlich die Unterstützung aus den Spenden aus Oelde um die Schule besuchen zu können. Im Mai brauchte sie neue Schulsachen und Schuhe, auch diese hat Humberto besorgt.
Kinderheim in Capilla:
Im Moment leben 19 Kinder im Heim und 7 probeweise in Familien.
Ein neugeborenes Baby wurde in einem Park gefunden und lebt jetzt im Kinderheim, so das im Moment 3 Babys dort gut versorgt werden, was natürlich die Personalsituation enorm belastet. Den Babys fehlen Stimmulationen und Förderungen.
Das junge, leicht behinderte Mädchen, welches bei unserem ersten Besuch im November 2005 schon im Heim lebte und mitarbeitete, ist Mutter geworden. Sie bezieht eine kleine Wohnung mit dem Vater des Kindes im Ort. Weiterhin wird sie im Heim arbeiten, so das eine Begleitung möglich ist.
Die letzte richterliche Begutachtung des Heimes hat, wie im letzten Jahr, ein sehr positives Ergebnis erbracht. Allen, die dazu beigetragen haben ein herzliches Dankeschön.
Bilder können wir leider nicht ins Internet stellen da dies aufgrund der besonderen Situation des Kinderheimes zu Komplikationen bezüglich des sozialen Umfeldes, aus dem die Kinder kommen, führen kann. Ebenfalls hat der Vorstand des Heimes strikte Anweisungen der Behörden diesbezüglich.
Comedor im Barrio La Mascota:
Unser „ Sorgenkind“ !!
Das erste Zimmer ist fertig mit dichtem Dach. Ein dickes Dankeschön für die Mithilfe auch an Luis!
In diesem Holzzimmer lebt, kocht und schläft Carmen mit ihren 5 Kindern, Schwiegertochter, Pepa 2 Jahre alt und 2 gerade geborenen Babys, eins von der 15-jährigen Tochter und das 2. Kind der Schwiegertochter. In diesem Zimmer befindet sich auch der Herd für den Comedor, der trotz dieser schwierigen Umstände weiter stattfindet. Hinzu kommt noch ein extrem hoher Schulausfall in der letzten Zeit, so das es für die Kinder des Viertels keine Bildung und kein Essen gab, was Carmen zu Höchstleistungen anspornte mit ihren eingeschränkten Möglichkeiten.
Ein Sozialarbeiter der Schule besuchte den Comedor. Carmen erzählte von unseren Plänen, Dach für Comedor und Kurse, Hausaufgabenhilfe. Wir werden mit ihm, wenn alles ENDLICH fertig ist, die weiteren Hilfen für Hausaufgaben und Kurse besprechen.
Bei einem anderen Termin wurde ein Vortrag für alle Comedor Köchinnen über Inhaltsstoffe in Lebensmitteln gehalten. Das war für alle Anwesenden ein ganz neues Gebiet.
Einen Termin bei einer anderen Stadtverwaltung, ca. 20 km von hier entfernt aber auch zum Bezirk Tigre gehörend, hat Josef mit unserem mittlerweile treuen Freund Luis wahrgenommen. Es wurden Lebensmittelgutscheine für die Comedore für 4 Monate verteilt. Beginn ist Juli, wie auch immer das organisiert wird, werden wir berichten. Wir hoffen, das es funktioniert.
Die Firma Ford, Herr Humberto Embrici, hat sich selbständig gemeldet und lieferte Brennholz für den Comedor. Unsere Anfrage dazu lag 1/2 Jahr zurück. Ist doch auch erfreulich wenn so was nicht einfach vergessen wird. Auch da könnte sich etwas draus entwickeln. Werden sehen wie sich das Kochen (Herd für Holz oder Gas??) dann umsetzen lässt. Im Moment braucht Carmen alle 10 Tage 1 Flasche Gas. Auf offenem Feuer ist das Kochen zu gefährlich, wie mehrere Verbrennungen gezeigt haben. Für die großen Töpfe wird halt ein entsprechendes Feuer gebraucht oder ein Herd.
Beim ersten Termin für ein Treffen der Mütter/Eltern in La Mascota, um einen Verein zu gründen, nach dem Muster von Maria Marta, ist niemand erschienen. Überrascht uns aber nicht da die Grundeinstellung: "Ihr müsst uns ja geben, bzw. der Staat oder die Stadt muß geben!" verinnerlicht ist und diese Grundeinstellung schwer zu verändern ist. Werden das beständig weiter anregen.
Zum Schluss noch eine Neuigkeit über die wir uns sehr freuen!
Durch die monatelange Vorarbeit und den Einsatz von Mechtild wird es jetzt konkret! Anfang Oktober kommen 6 Freiwillige über „In Via Köln“ für 1 Jahr nach Argentinien: Zwei arbeiten im Kinderheim in Capilla, eine bei Maria Marta, zwei bei Humberto und eine bei „Personitas“ in Pilar (zu Personitas berichten wir noch). Alle Fünf werden von Mechtild sozialpädagogisch begleitet.
Damit es auch im nächsten Jahr weitergehen kann, können sich Interessenten bei „In Via Köln“ Pia.Schievink@invia-koeln.de informieren.
Infos zu allen Projekten dazu von Paulchen Esperanza http://www.paulchen-esperanza.de/ oder über uns.
Viele Grüße aus Argentinien schicken Euch
Gudrun und Josef
Nochmals die Bankverbindungen:
Spk Münsterland Ost
BLZ 400 501 50
Kto Nr 0134804558
Oder an:
Paulchen Esperanza mit Spendenquittung
Deutsche Bank Bielefeld
BLZ 48070020
Kto Nr 0139394











