Hallo Ihr Lieben in Deutschland!!!

Wir haben hier Schweinegrippenalarm. Das öffentliche Leben ist im Juli, bis 3.8. lahmgelegt. Schulen, Kindergärten, Stadtverwaltungen, unsere Projekte, Kinos usw. sind geschlossen, wegen der Ansteckungsgefahr, und wenn, dann müssen die Zuschauer im Kino jeweils einen Platz frei lassen. Es sollen keine Veranstaltungen in geschlossenen Räumen stattfinden und es wird sich zum größten Teil daran gehalten.
Wir haben, bis auf ein paar Ausnahmen, richtig Winter mit Frost in der Nacht. Oft tagsüber, in der Sonne ohne Wind, milde Temperaturen bis zu 25 Grad.
Weiterhin fehlt Regen, die Erde ist ausgetrocknet seit ca. 2 Jahren.
Nun mal etwas argentinische Kultur. Wir haben auf Mareike und Claudias Blog darüber gelesen und uns gefragt, warum wir noch nicht früher auf die Idee gekommen sind, darüber zu schreiben.
“Mate” sagt man im Alltag oft zu dem Getränk, aber eigentlich ist der Mate nur das Gefäß in dem das Teekraut (Yerba) zubereitet wird. Dieses kann aus dem Kalebassenkürbis sein (was der originale Mate ist) oder aus irgendeinem anderen Material.
Hierhinein wird das Yerba gegeben, dabei versucht man auf einer Seite des Gefäßes einen kleinen Hügel aus diesen Kräutern zu machen. Mit dem heißes Wasser (es darf nicht kochen!!!) wird nun die unterste Schicht des Yerbas befeuchtet und dann gewartet, bis das Yerba quellt. Danach gibt man etwas mehr Wasser in den Mate, wartet wiederum und so wird fortgefahren, bis etwas mehr als die Hälfte des Yerbas nass ist.
Nun ist dein Mate trinkbereit und du kannst die Bombilla (der Strohhalm aus Eisen, der am unteren Ende ein Sieb für das Yerba hat) auf der niedrigeren Seite des Yerbas in den Mate stecken.
Im Kreis gibt es eine Person, die den Mate serviert. Der Servierer gießt das heiße Wasser in den Mate (bei jedem Mal wird ein bisschen mehr des Yerbas befeuchtet – der Wasserpegel steigt also mit der Zeit) und gibt den Mate reihum. Von ihm bekommst du den Mate und an ihn musst du den Mate wieder zurückgeben – er muss darauf achten, dass die Reihenfolge eingehalten wird. Den Mate muss man immer leer trinken. Wenn man nichts mehr möchte, sagt man nach seinem Letzten “Danke” beim Zurückgeben.
Einen Mate gemeinsam trinken oder eingeladen werden, einen Mate mitzutrinken ist in Argentinien ein Zeichen der Freundschaft. Der Mate gehört hier zum Leben dazu und auf Reisen, bei Ausflügen, in den Parks etc. wird immer eine Thermoskanne mit einem Mate mitgenommen. Uns schmeckt der Mate sehr gut und auch die Geste gefällt uns. (übernommen von Claudia) das Foto dazu ist von Prici, Carmens Enkelin, 1 Jahr im Juni gerade geworden aus La Mascota.
Maria Marta
In den Monaten Mai und Juni konnte sehr intensiv mit den Kindern gelernt werden, da Tine, Kathrin, Flor und Bernado regelmäßig die Hausaufgabenhilfe betreuen konnten. Heute ist selbst der Einzelunterricht abgesagt.
Die Kinder bekommen im Moment Lebensmittel von Maria Marta für zu Hause, da auch dort keine gemeinsamen Mahlzeiten eingenommen werde. Siehe Foto
Im Gemüsegarten wird weiterhin viel gearbeitet, mit Tine, Bernado und Kathrin. Ein Kompost wurde ja angesetzt und das Gemüse wächst wunderbar, siehe Foto. Es werden verschiedene Präparate hergestellt, unter Anleitung von Bernado, um die Gartenerde zu verbessern. Kathrin hat über Spenden neues Gartenwerkzeug gekauft.
Im April fand ein Seminar über Umweltschutz statt. Alle Kinder und einige Mütter nahmen daran teil. Es wurden verschiedene Recyclingmethoden demonstriert. Anmerkung: auf dem Grundstück von Maria Marta liegt kein Müll herum und die Kinder lernen von Anfang an Müll in den Eimer zu werfen und nicht auf den Rasen.
Ein neuer Nähkurs hat im Mai begonnen, an dem bisher sehr regelmäßig und mit Freude teilgenommen wurde.
Seit einiger Zeit gibt es regelmäßig einen Erwachsenenbildungskurs. Es nehmen Mütter des Viertels daran teil.
Ein ganz großes Ereignis für alle Kinder war der Streichelzoo im Juni. Es kamen Bauern vom Land mit einem Anhänger voll Tiere zum Streicheln und Kennenlernen. Siehe Fotos
Nicht nur eigenes, gesundes Gemüse aus dem Garten wird gegessen, viel Spaß haben auch die Kinder mit der Köchin Vollwertkost herzustellen, siehe Foto
Die Küche und die Küchentür wurden neu gestrichen an einem Samstag im Juni, siehe Foto auch dieses hatte Kathrin organisiert und das Geld ist über Paulchen Esperanza von einem Spender aus ihrem Freundeskreis gekommen.
Leider kann im Moment der Klavierunterricht wegen der Grippe nicht weiter statt finden. Doch Kathrins Klavierschüler „fiebern“ der Veranstaltung Mitte August entgegen. Werden davon berichten!!
Humberto:
Wir haben für 25 Kinder und 3 Mütter, aus dem Viertel La Mascota, den Zahnarztbesuch nach Humberto, an einem Samstag im Mai organisiert. Erstmal gab es einen „Einführungskurs“ mit der Zahnbürste, sehr professionell und einfühlsam wurde das gemacht. Danach füllte der Zahnarzt die Patienten Karteikarten aus, und es gab auch Rezepte für Zähneziehen in den Salitas (öffentliche und kostenlose Krankenstationen).
Auch bei Humberto geht im Moment nichts. Keine Kurse und die Lebensmittel werden am Tor ausgegeben. Die Freiwilligen dürfen keine Kurse geben.
Humberto hat die erste Spende zum Ausbau eines Freiwilligen Zimmer bekommen. Davon hat er schon Material bestellt. Über den Kontakt Ana Oxenford wird es auch Holz und Eisenrohre von den Fordwerken geben. Humberto hofft das weitere Spenden dafür kommen. Sie werden dringend gebraucht, da drei neue Freiwillige aus Deutschland im September für ein Jahr in die Einrichtung kommen.
Comedor Barrio La Mascota:
Der Kursraum hat Wände und Fenster!!!
Einige Wasserleitungen sind gelegt und es fehlen „nur“ noch Toiletten und die Dusche und Kabel und Lampen. Arbeiten daran. Ana hat noch mal Paletten liefern lassen, Spenden von den Fordwerken. Sind für die Wände der Kursräume und natürlich fällt etwas ab zum Heizen. Total wichtig im Moment. Die Kälte ist ungewöhnlich und die Grippe wird natürlich dadurch gefördert. Wir können nur vermuten, dass die Panik einfach nur mit der normalen Grippesaison zu tun hat. Aber VORSICHT! Können wir nicht wissen.
Allgemeines
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Die steigende Inflation macht sich weiterhin in allen Projekten bemerkbar!!!
Aufgrund der Ehrungsurkunde vom Congreso bekommen wir Spenden von den Geschäften, in denen wir bisher eingekauft haben. Die Fleischerei gibt uns einmal im Monat eine Spende von Rinderknochen und die ist ausreichend für alle 4 Projekte. La Mascota bekommt die Hälfte, Maria Marta, Ana und Humberto auch einen Teil. Bei 20 Kg!! Ist das eine Menge. J
Häufig bekommen wir von Ana Milch für La Mascota, die Stadt hat wieder einmal zwei Monate nichts geliefert.
Mit Humberto kann Josef jeden Mittwoch 2 Säcke!! Brot holen und auch das reicht für Viele! Gelegentlich gibt es auch Teilchen und die kommen immer besonders gut an. Das Essverhalten hier ist etwas unterschiedlich zu Deutschland. Man/frau beginnt den Tag mit süßen Teilchen, wenn man/frau sich das erlauben kann. In den Armenvierteln kommen diese Extras natürlich dann besonders gut an, weil es das normalerweise nicht gibt. Zu dem Thema noch folgendes:
Mittags gibt es eine Kleinigkeit zu Essen wie Brötchen oder Hot-Dog Hamburger oder einen Salat. Das Hauptessen des Tages ist abends so ab 22 Uhr. Auch die Kinder sind darum oft lange auf und morgens immer müde. Sieht man/frau auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln, alle schlafen.
Wieder einmal mussten wir erleben, dass die gespendeten Müsliriegel und die vielen Obstkisten nicht reichten. Dank der Spende von Kathrins Mutter, konnten wir 3 Wochen lang alle 2 Tage Obst nach La Mascota bringen. Die doppelte Menge, wegen der Grippe und weil es kein Essen in der Schule gibt, und auch die sind listo (alle, fertig). Es besteht natürlich im Moment ein sehr hoher Bedarf an Vitaminen.
Viel Unterstützung gab und gibt es von den deutschen Freiwilligen. Es wird im Freundes- und Familienkreis gesammelt und aktiv hier vor Ort mitgeholfen.
Allen recht herzlichen Dank für den Einsatz.
Und Danke an die Spender von Zusatzspenden über Paulchen Esperanza , damit wir vor Ort u.a. mehr bzw. ausreichend Lebensmittel kaufen können.
Über den sozialen Freiwilligendienst im Ausland können sich Interessenten bei „IN VIA Köln“ Pia.Schievink@invia-koeln.de informieren.
Interessenten können sich natürlich immer gerne an uns wenden, da ein Bedarf an freiwilliger, sozialer Hilfe immer besteht.
Infos zu allen Projekten von Paulchen Esperanza http://www.paulchen-esperanza.de/ oder über uns.
Viele Grüße und alle Guten Wünsche aus Argentinien schicken Euch
Gudrun und Josef













