Infobrief Mai/Juni 2010
Hallo Ihr Lieben in Deutschland!
Wir hatten wunderschöne Herbsttage, doch jetzt ist der Winter da.
Die Schulausfälle waren wieder sehr hoch an den staatlichen Schulen, so dass Hausaufgabenhilfe in allen Projekten mit am Wichtigsten ist.
Claudia, eine deutsche Freiwillige hat im letzten Jahr durch dieses Erlebnis die Situation sehr vieler Schüler in den Armenvierteln beschrieben:
Einer der älteren Jungen, die ich sonst nur auf der Strasse beim Ärger machen sehe, kam letzte Woche auf mich zu und bat mich ihm bei seinen Hausaufgaben zu helfen. Er brauchte Hilfe in den Fächern Englisch und Sprache. Wie nicht unnormal bei den Kindern in unserem Viertel, kopierte er im Englischen nur die Wörter und wusste weder, was sie bedeuten noch wie man sie liest und ausspricht. Die Fremdsprache fällt hier allen schwer und an den öffentlichen Schulen ist der Englischunterricht aufgrund unterschiedlicher Bedingungen oft sehr schlecht.
Für den Spanischunterricht sollte der Junge eine selbst gewählte Geschichte in Schreibschrift aufschreiben. Schnell gestand er mir aber, dass er Schreibschrift nicht kann, weder die Buchstaben lesen noch schreiben. Das was er schon in seinem Heft stehen hatte, hatte er anscheinend wie ein Bild im Unterricht von der Tafel abgemalt, aber wusste nicht, was es bedeutet. Es stellte sich dann aber auch noch heraus, dass er auch kleine Druckbuchstaben nicht kennt, keine ganzen Wörter schreiben kann und lesen gelingt ihm ebenfalls nicht. Der Junge, der 12 Jahre alt ist und in die 4. Klasse geht, kann also nur einzelne Grossbuchstaben schreiben, wenn man sie ihm diktiert und dabei irrt er sich dennoch manchmal. Da er in eine Klasse mit 40 Schülern geht, kann der Lehrer keine Rücksicht auf den Schüler nehmen und so scheint er einfach irgendwie mitgeschliffen zu werden, denn ohne lesen und schreiben zu können wird er in keinem Fach etwas verstehen. Deshalb macht ihm die Schule natürlich immer weniger Spass und so bleibt er tagsüber zu Hause oder treibt sich auf der Strasse herum… ein Teufelskreis.
Eine hoffnungsvolle Zukunft für unsere Kinder, ein Motto/Ziel von Paulchen Esperanza.
Maria Marta
Die Lernstunden in der Bibliothek sind komplett ausgelastet, mehr geht nicht. Wie in allen Projekten sind die Kinder auf diese Hilfe angewiesen.
Der Gemüsegarten ist sehr gut vorbereitet für den Winter und es wird viel geerntet. Siehe Foto
Samstags findet neuerdings ein Recyclingkurs bei Maria Marta statt. Aus Plastikflaschen ( es gibt hier in Argentinien kein Pfandsystem für Plastikflaschen und noch in sehr wenigen Städten Mülltrennung) werden die Borsten für Besen und Plastikvorhänge hergestellt. Siehe Foto
Der Musikunterricht wurde bereichert, Kathrins Eltern haben ein gespendetes Kinderakkordeon aus Deutschland mit nach Argentinien gebracht. Siehe Foto
Die Planungen für ein neues Projekt bei Maria Marta, von Paulchen Esperanza unterstützt, laufen auf Hochtouren. Werden im nächsten Rundbrief darüber berichten.
Humberto:
Bei Humberto wird die Hausaufgabenhilfe weiterhin regelmäßig von den Schülern zweier Privatschulen angeboten.
Durch Organisieren von Spenden und dem Einsatz von Doris, konnte das Zahnarztbehandlungszimmer gefliest werden und die Küche und das Büro haben nun einen Betonfußboden, vorher Erdboden.
Termine der Veranstaltungen in Deutschland mit Humberto siehe Paulchen Esperanza Aktuelles.
Leider sind die Papiere für den Hauskauf immer noch nicht vollständig.
Da die Freiwilligen; Sebastian und Robert, die Homepage aktuell führen und es soviel mehr zu berichten gibt, schaut doch mal dort rein http://luzesperanzapureza.wordpress.com/
Comedor Barrio La Mascota:
Im Moment gibt es Nachhilfe für Kinder verschiedener Altersstufen an 2 halben Tagen, dass ist schon ein richtig guter Vorschritt, doch wir planen noch weitere Lerneinheiten, da der Bedarf genauso groß ist, wie in allen Projekten.
Ende Mai war eine große Veranstaltung in einem Nachbarort. Es wurden 20 gegründete Vereine die Papiere überreicht. Comedor La Mascota ist nun offiziell eingetragen bei der Stadt. Siehe Foto Carmen und Luca bei der Gratulation.
Julia, die Nachfolgerin von Viola organisiert mit deutschen und argentinischen Freiwilligen an 2 Tagen Kreativkurse. Siehe Foto
Falk, Phillip und Julian haben im Kursraum eine Haustür eingebaut und Fenster abgedichtet.
Neue sichere Stromleitungen und Lampen sind installiert. Danke an Kristina, mit ihrer Spende konnten wir anfangen.
Doris, eine freiwillige Ärztin aus Tirol, arbeitete 2 Monate bei Humberto war an 2 Tagen in La Mascota und hat 52 Kleinkinder untersucht. Viele Kinder haben Mangelerscheinungen und auffällig viele Bronchitis. Sie nahm sich viel Zeit auch für Gespräche mit den Müttern. Danke Doris. Siehe Foto
200 Jahre Unabhängigkeit Argentinien wird in diesem Jahr hier gefeiert. Am Hauptfeiertag, dem 25.5. fand in La Mascota ein Kulturfest statt. Viel Vorbereitung war nötig, doch es war ein gelungenes Fest. Ein Foto von vielen
Allgemeines
Im Juli kommt Jana aus Deutschland um 4 Monate in unseren Projekten zu arbeiten.
Über den sozialen Freiwilligendienst im Ausland können sich Interessenten bei „IN VIA Köln“ Pia.Schievink@invia-koeln.de informieren.
Interessenten können sich natürlich immer gerne an uns wenden, da ein Bedarf an freiwilliger, sozialer Hilfe immer besteht.
Infos zu allen Projekten von Paulchen Esperanza http://www.paulchen-esperanza.de/ oder über uns.
Wir wünschen Euch einen schönen Sommer
Viele Grüße von
Gudrun und Josef









