Infobrief August 2007 von Gudrun und Josef

Hallo Ihr Lieben in Deutschland!!!
„Hace frio“ ist hier immer noch der Spruch der Zeit. Ab und zu wird es etwas wärmer, wenn die Sonne scheint, doch der kalte Südwind, hier wie der Ostwind in Deutschland.
Rollstühle oder Fahrräder sind ja ein fast alltägliches Bild auf den Autobahnen hier, doch Mutter mit Kinderwagen war diese Woche auch für uns neu.
Besuch von Paulchen Esperanza: 12.8.-15.8.2007
Die 4 Tage mit Petra und Bertold waren geprägt von Gesprächen und Terminen. Für uns war die Zeit sehr bereichernd. Am Sonntag haben wir zuerst den Comedor im Barrio del Mascota besucht. Dia del niños, ein Tag der Kinder in Argentinien ist wie Weihnachten in Deutschland. 160 Kinder waren am Ende dort. Danach wurden wir herzlich bei Maria Marta empfangen mit einer Marionettenaufführung der Kinder. Montag haben wir zuerst die Landschule in Los Cardales besucht, wo alles für den Besuch vorbereitet war: Koffer der neuen Bücher lag aus, Applaus in den Klassen, Spielgeräte, die schon gekauft sind, wurden vorgestellt, Lucia mit dem örtlichem Fernsehsender war pünktlich dort. Dank auch an Mechtild die uns begleitet hat und mit uns die Kontakte hergestellt hatte. Diese Aktion wurde von den Jugendlichen aus Oelde ausgewählt aus den Spenden der Charity-Meile. Nach dem Besuch wurde uns ein Jugendzentrum vorgestellt, welches schon 4 Jahre auf die Fertigstellung „wartet“ und auch von staatlichen Stellen unterstützt werden sollte! Anschließend waren wir in Capilla, das Kinderheim besuchen, sowie den ehemaligen Comedor von Marta und Juan. Dienstagmorgen sind wir zu Humberto gefahren, der unter anderem Andres betreut und viele gute Computerlernprogramme und Angebote hat für Jugendliche und Erwachsene. Eine 16 jährige Jugendliche mit Down Syndrom, die auch in seinem Viertel lebt, kann nicht täglich zur Schule fahren, da die Mittel fehlen. Wir haben die Jugendliche Rosario in ihrer Schule für behinderte Menschen besucht. Die Schule ist eine sehr kleine Werkstatt, wie wir sie aus Deutschland kennen, mit Lernprogrammen und einer Gärtnerei. Auch für dieses Projekt haben sich die Jugendlichen aus Oelde entschieden, Rosario den regelmäßigen Schulbesuch zu ermöglichen. Nachmittags waren wir wieder bei Maria Marta, wo wir eine Weihnachtsaktion, wird noch nicht verraten, mit den Kindern, Dozenten und Müttern gestaltet haben. Mittwochmorgen fand das Abschlussgespräch mit Maria Marta statt, bezüglich der weiteren Finanzierung. und Reflexion der vergangenen Monate. Wir haben uns sehr über die Zusagen von Paulchen Esperanza gefreut. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle!
Maria Marta:
Die Zahnarztbesuche mit den Kindern sind bisher sehr erfolgreich gewesen. Die akuten Problemfälle sind behandelt worden. Untersuchungen aller Kinder, wie wir es geplant hatten, haben leider nicht stattgefunden. Einige Termine stehen noch aus, jedoch ist dieses Projekt erst mal positiv Ende August abgeschlossen..
Eine neue Köchin, Evelyn, kocht jetzt jeden Tag. Sie ist eine Mutter von 2 Kindern, die auch täglich zur Hausaufgabenhilfe bei Maria Marta sind.
Immer wieder ist das wichtigste die Hausaufgabenhilfe/Bildung, damit die Kinder aus dem Teufelskreis herauskommen. Seit Monaten fällt immer wieder der Schulunterricht hier aus: morgens 5 Grad, gibt keine Heizung, dann kein Wasser, andere Tage streiken die Lehrer für mehr Lohn. Die Kinder bekommen Kopien zum Nacharbeiten und haben nur die Möglichkeit bei Maria Marta etwas nachzuarbeiten. In den Häusern in denen diese Kinder leben gibt es keine Möglichkeit, wie schon oft erwähnt.
Ausflug auf einen Biohof:
Der Ausflug in den Winterferien war ein Highlight. Der Bus kam 1 Std. zu spät, alle 42 Kinder waren aufgeregt, kleine Proviantpakete waren gepackt. Vamos a campo…Fahren wir aufs Land…Der Biohof war eine neue Erfahrung für alle Kinder und die 6 begleitenden Mütter. Lämmer, Kälbchen, Ferkel, Küken, ein Kompost wurde erklärt, Müllsortierung, viele neue Dinge wurden gelernt der Yoghurt wurde selber hergestellt, wie geht so was? Alle Teilnehmer möchten mal ein Wochenende dort verbringen!
Andres:
Die letzte OP war nicht nur an den Händen sondern auch die Hüften wurden operiert. Er hatte dann für 3 Wochen einen postoperativen Schock und fing an in einen autistischen Zustand zu verfallen. Das Rehazentrum Fleni, ca. 20 km von hier, hat ihm eine Reha gesponsert. Soweit es möglich ist, fahren wir ihn mit Mutter dorthin. Humberto, der freiwillige Sozialarbeiter des Viertels in dem Andres lebt, begleitet ihn ebenfalls. Heute geht es Andres viel besser und er fährt wieder 2 Mal die Woche zur Schule und 3 Mal ins Rehazentrum.
Kinderheim in Capilla:
In einem Nachbarort von uns wurde ein 2 Wochen altes Baby in einer Mülltonne gefunden mit einem Pflaster auf dem Mund. Es wird zur Zeit im Krankenhaus gepflegt und dann ein neues Heimbewohnerchen in Capilla werden. Ein 2 Monate altes Baby ist schon dort und die Babynahrung reißt Löcher in den Geldtopf des Hauses.
Die Personalsituation ist durch die beiden Babys noch enger. Bis Dezember können weitere Mittel von Paulchen Esperanza fließen für Ergotherapien und psychologische Betreuung (assistente sociales ). Das Kinderheim ist im Moment in einem sehr guten Zustand. Die Heizkosten sind weiterhin enorm und alle warten auf den Frühling. Die neuen Bäume sind fast alle angegangen und auch sie warten auf das neue Grün. Ein Kinderspielplatz wurde gespendet mit super Spielgeräten und der Ausbau im Haus geht weiter. Dank auch an Nelli, für ihren Einsatz.
Comedor im Barrio La Mascota:
Die Rahmenbedingungen für diesen Comedor sind noch nicht abgesteckt. Es fehlt noch an sanitären Einrichtungen, einem Ofen, einem Dach und mehr. Von Paulchen Esperanza wurde Hilfe zugesagt die aber nicht alles abdecken kann. Das Wichtigste ist dort im Moment für die Kinder das Essen. Von Nachbarn wurden die ersten Tische und Bänke gespendet sodass die Kinder nicht mehr im Stehen essen müssen. Für die ganz kleinen sind einige Hochstühle versprochen…..
Zur Familie von Maria del Carmen Suarez, die mit ihren 5 Kindern, einer Enkelin und Schwiegertochter zusammen und mittlerweile Frauen aus der Nachbarschaft den Comedor betreibt:. Die Familie lebt vom Betteln und Sammeln von Altmaterial (Flaschen, Blech und Papier) die sie in einer nahegelegenen Deponie verkaufen können und gelegentlichen Jobs des 18-jährigen Sohnes. Die anderen 4 Kinder gehen noch zur Schule, wenn sie denn gehen...,denn auch sie müssen betteln gehen.
Wir suchen noch immer, junge Erwachsene oder jung gebliebene Erwachsene, Jugendliche die ein soziales Jahr machen wollen, die Interesse haben hier zu arbeiten, Unterkunft ist jeweils in den verschiedenen Projekten vorhanden. Infos dazu von Paulchen Esperanza http://www.paulchen-esperanza.de/ oder über uns .
Bilder stehen bald auf der homepage von Paulchen Esperanza oder wenn jemand möchte kann er sich bei uns melden und wir schicken dann Bilder oder weitere Infos wenn gewünscht..
Saludos de Gudrun y Josef
















