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23.01.2009

Reisebericht über die Reise nach Sri Lanka

Bericht über unsere Reise nach Sri Lanka vom
Am 18. Dezember 2008 flogen mein Mann Bertold und ich nach Sri Lanka, um dort unsere Projekte zu besuchen und neue Kontakte zu knüpfen.
Nachdem die Flugreise diesmal recht reibungslos erfolgte, mussten wir uns in Geduld üben auf dem Weg zu unseren Freunden Ananda, Brigitte und Nilan Rupasinghe. Die drei Hamburger waren schon einen Tag zuvor angereist und haben uns dankenswerterweise am Flughafen abgeholt. Die Fahrt zu ihrem Haus dauerte dann in etwa doppelt so lang wie normalerweise, der Grund war akuter Benzinmangel. Dadurch stauten sich die Fahrzeuge vor den Tankstellen bis auf die Straße und noch weiter zurück, irgendwann lief dann gar nichts mehr. Gott sei Dank hatte Ananda schon am Vortag getankt.

Es ist immer wieder ein Erlebnis in Sri Lanka mit dem Auto zu reisen, man braucht extrem viel Zeit und extrem gute Nerven. Aber der Mensch gewöhnt sich an alles und inzwischen ist auch mein Mann davon überzeugt dort fahren zu können. Für eine Strecke von 100 km benötigt man gut und gerne 4-5 Stunden, wobei man glaubt dem Tod mehrfach ins Auge gesehen zu haben.
Nach einer Dusche und einem guten Mitttagessen ging es weiter nach Kandy, wo wir am Abend ankamen.
In Kandy wohnt unsere gute Seele und Koordinator der Projekte, Anslem Nanayakkara. Er holte uns am nächsten morgen zeitig im Hotel ab, da ein strammer Zeitplan vorgesehen war. Zunächst sind wir nach Madugalle zu unserem Kindergarten gefahren, der im Juli eingeweiht worden war. Leider ist auf der gebirgigen Straße dorthin kurz vor uns ein LKW verunglückt, der die Straße für ca. 2,5 Stunden blockierte, damit war unser Zeitplan auch außer Kraft. Wir nutzten die Zeit um die Geschenkpakete für die Kinder zu packen, die doch noch recht lange auf uns warten mussten.









Als wir endlich ankamen, wurde uns ein tolles Programm geboten. Das gesamte Dorf hatte eine Vielzahl schöner Kostüme für die Kinder genäht und diese tanzten und sangen für uns. Wir übergaben Geschenke für die Kinder und ich konnte dem Mönch des Dorfes den Schlüssel für einen abschließbaren Stahlschrank übergeben.


Alle sind total glücklich mit dem neuen Kindergarten, wobei ein Problem die Entlohnung der Kindergärtnerin darstellt, da die Eltern der Kinder kein Geld haben und somit der Lohn entfällt.



Von Madugalle aus sind wir dann nach Hanguranketha gefahren, hier betrug unsere Verspätung schon knappe 4 Stunden, aber alle warteten auf uns und wollten natürlich auch zeigen, was eigens für uns eingeübt wurde. Diesen Kindergarten haben wir ja als ersten renoviert und auch hier ist man sehr glücklich darüber.


Die Kinder tanzten und sangen , wir verteilten Geschenke, übergaben auch hier einen Stahlschrankschlüssel und anschließend wurde noch diskutiert, was die Mütter der Kinder tun können um Geld zu verdienen.
Dabei kam heraus, dass alle es gut fänden, einen Nähkurs mit Schnitttechnik zu machen, um dann z.B. Schuluniformen zu nähen, die dann verkauft werden könnten. Wir wollen jetzt prüfen, ob wir einen solchen Kurs von der Stiftung unterstützen können. Entschieden wurde noch vor Ort, dass der Kindergarten einen eigenen Elektroanschluß bekommen soll.
Bis das wir wieder in unserem Hotel in Kandy waren zeigte die Uhr schon 20.30 Uhr, ein ganz schön langer Tag.
Am nächsten Morgen trafen wir uns mit Anslem zunächst im Hotel, um die Buchhaltung durchzugehen und über das Budget für 2009 zu sprechen. Da wir in diesem Jahr finanziell nicht so gut gestellt sind, konnten wir noch keine festen Zusagen über die laufenden Kosten hinaus machen.
Anschließend fuhren wir zu einem katholischen Pfarrer der in der Nähe von Dambulle seine Pfarrei hat und darüber hinaus noch 27 Gemeinden mit betreut. Dieser Pfarrer ist ein Freund von Anslem und er hatte die Idee bei seiner Kirche eine kleine Tischlerwerkstatt einzurichten. Das Problem dort ist, dass die Menschen kaum Möglichkeiten haben Geld zu verdienen, junge Leute keine Ausbildung bekommen und da sieht er eine Möglichkeit. Holz gibt es in der Gegend genug, das Handwerk ist bei einigen Älteren noch vorhanden, sodass es weitergegeben werden könnte. Da auch immer Möbel benötigt werden, wäre es eine gute Alternative zu den billigen Plastikmöbeln, die sich größter Beliebtheit erfreuen. Diesen Vorschlag prüfen wir.



Bei dem Besuch haben wir auch den zur Pfarrei gehörigen Kindergarten besucht und relativ spontan zugesagt, dass wir für ein „Facelifting“ aufkommen wollen. Insgesamt war das ein guter neuer Kontakt, den wir auf jeden Fall weiter pflegen möchten.




Auch an diesem Tag haben wir es nicht im Hellen zum Hotel zurück geschafft.
Am nächsten Tag hieß es wieder Auto fahren, von Kandy zum Haus von Brigitte und Ananda in der Nähe von Colombo. Allerdings wollten wir die Gelegenheit nutzen einige unserer Stipendiaten zu besuchen. Das war ein Erlebnis, da alle sehr aufgeregt waren, sowohl die Stipendiaten als auch wir.



Es ist immer wieder bedrückend zu sehen unter welchen Umständen viele Menschen auf diesem Erdball leben müssen. Um so erstaunlicher ist es für mich wie sauber und gepflegt diese Menschen, die nicht einmal über fließend Wasser, geschweige denn über warmes Wasser verfügen, sind. Hier sollten wir mehr tun. Wenn man überlegt, das diesen Kindern und Jugendlichen eine Schul- oder Hochschulbildung für nur €15-30 monatlich ermöglicht wird und das die einzige Chance ist aus der Armut aus zu steigen, ist das Geld mehr als gut investiert. Außerdem bleiben diese jungen Menschen im Land und helfen somit ihrem Land langfristig, anders als bei den Studenten die es sich leisten können im Ausland zu studieren.


Der nächste Tag führte uns nach Galle, wieder eine lange Fahrt, sodass frühes aufstehen angesagt war, da die Abfahrt um spätestens 7 Uhr sein sollte.
In Galle besuchten wir zunächst den Shalom Kindergarten, ein Tsunamiprojekt, das wir schon vor „Paulchen“ unterstützt haben.
Dann ging es weiter zu einem neuen Projekt, unserem „Airbusprojekt“.
Im vergangenen Jahr hatten wir uns bei der Airbus Foundation um Mittel beworben, um dieses Projekt in Galle zu finanzieren. Es handelt sich um ein Trainingszentrum für Softwareanwendungen und Sprachunterricht in Englisch, Tamilisch und Singhalesisch. Also ein interkulturelles Projekt, zur Schulung von Jugendlichen.
Die Airbus Foundation fand unsere Projektbeschreibung unterstützungswürdig und wählte uns als eines der wenigen deutschen Projekte aus, die unterstützt werden.
Aus diesem Grund war es für uns sehr wichtig selbst einen Eindruck vor Ort zu gewinnen und auch die Partner dort auf unsere Anforderungen einzuschwören. Da müssen wir allerdings noch etwas nachhelfen, aber ich bin zuversichtlich, dass alles gut laufen wird.


Am Abend fuhren wir Richtung Norden und übernachteten in einem schönen Strandhotel, allerdings schafften wir es wieder nicht im Hellen anzukommen.
Der nächste Tag war mein Geburtstag und es gab zum Geburtstag eine singhalesische Milchreistorte (süß/scharf), das hatte ich auch noch nicht. Lecker!
Am Nachmittag gab es dann eine riesen Überraschung. Wir hatten geplant den neuen Kindergarten in Weregalle zu besuchen, aber als wir dort ankamen traute ich meinen Augen nicht.




Eine riesige Menschenmenge erwartete uns, alles war geschmückt, schon die Straße dorthin, einfach umwerfend. Natürlich fehlten die buddhistischen Mönche nicht, viele Erwachsene und jede Menge Kinder erwarteten uns. Nach einigen Gebeten und Ansprachen gab es eine offizielle Eröffnungszeremonie, die darin bestand, dass ich das Schild mit den Sponsoren offen legen durfte und Bertold dann um genau 15 Uhr 08 das Band zum Kindergarten durchschneiden durfte.



Diese Uhrzeit ist zuvor von den Mönchen als gute Zeit anhand der Sternenkonstellation berechnet worden. Es gab ein Geburtstagsständchen der Kinder für mich und eine Geburtstagstorte, die aber für die Kinder war. Da die Kinder noch sehr klein waren und viele noch nie oder selten eine weiße Frau gesehen haben, war es gar nicht so einfach sie davon zu überzeugen, dass man auch von einer weißen Frau etwas annehmen kann. Immer hat es nicht geklappt.

Es war schon ein ganz besonderer Geburtstag, den ich so schnell nicht vergessen werde, ich habe selten eine solche Gänsehaut gehabt und war so gerührt.
Nach der Einweihung ging es dann für uns auch fast direkt zum Flughafen nach Colombo und in die Ferien.
Ein insgesamt sehr positiver Besuch mit vielen neuen Eindrücken und tausend Ideen was man noch alles tun könnte, wir müssen jetzt entscheiden was wir tatsächlich tun können.







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